M.A.-run in Venlo 2015 - (Link zur MA run Seite: bitte Bild anklicken)

M.A.-run

Einen Tag zusammen mit einem Menschen mit Handicap  verbringen

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Zum 29zigsten Mal fand am 19.Sept. 2015 der s.g. M.A.-Run in Venlo statt.

Die Jumbo-Runs haben ihren Ursprung im England der 1960ziger Jahre gefunden als eine Gruppe von Gespannfahrern des Antelope Motorcycle Club 1961 einen Tagesausflug mit behinderten Kindern von Coventry zum Zoologischen Garten nach Dudley organisierte, um den Kindern einen schönen Tag zu bescheren.

Diese Idee, zusammen mit Menschen mit Handicap, egal ob geistig oder körperlich, einen Tag gemeinsam zu verbringen und gemeinsam  Freude zu  haben wurde angenommen und es gab von Jahr zu Jahr immer mehr von solchen organisierten Fahrten. Da die Kinder von den Elefanten im Zoo von Dudley so begeistert waren, wurde  diese besondere Ausfahrt mit dem Namen "Jumbo" verbunden.

Schon 1964 wurde dann auch in den Niederlanden solche Ausfahren organisiert und ab 1967 in Deutschland und 1970/71 folgten dann auch Ausfahrten in Schweden und Belgien.

Aktuell gibt es in ganz Europa eine Vielzahl von Jumbo-Fahrten.

Die Jumbo-Fahrt in Venlo in den Niederlanden wird M.A.-run genannt da sie von der  Einrichtung „ Maria Auxiliatrix“  für deren Bewohner organisiert und durchgeführt wird. Es können sich aber auch externe Personen mit Handicap für diese Veranstaltung anmelden. So kam in diesem Jahr ein Konvoi von 240 Gespannen sowie 130 Solo-Maschinen zusammen.

Längst ist der M.A.-run zu einem internationalen Treffen von Gespannfahrern geworden. Es reisen Norweger, Schweden, Dänen, Engländer, Belgier und Deutsche nach Venlo mit dem einzigen Ziel am M.A.-run teilzunehmen. Einige kommen schon über Jahrzehnte zu dieser Veranstaltung. Unter den Motorrad und Gespannfahrer haben sich mittlerweile feste Freundschaften entwickelt aber auch zwischen den Passagieren und ihren Fahrer sind feste Freundschaften entstanden. Eine Crew fuhr nun schon im 25zigsten Jahr zusammen. Die Atmosphäre auf dem Campus entspricht einem Familientreffen. Die Gespannfahrer reisen im Laufe des Freitags nach und nach an, entweder sucht man nach bekannten Gesichtern, oder stellt sich als Neuer vor, die Zelte werden aufgebaut und man richtet sich ein, schnell ist der Kocher an und der erste Kaffee wird gebrüht und abends sitz man im großen Festzelt zusammen. Am nächsten Morgen erfolgen die Registrierung der Teilnehmer und die Startnummer Ausgabe. Nach einem gemeinsamen Frühstück werden die Gespanne in der vorgesehenen Startposition aufgestellt und Fahrer und Passagier suchen und finden einander.

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Schnell hat man sich kennengelernt das Gespann wird besetzt und unter dem Jubel und Winken der Zuschauer geht es auf den Weg. Die Fahrt geht etwa 2 Stunden lang durch die Vororte von Venlo und die Strecke ist gesäumt von  winkenden Menschen, entweder direkt an der Straße, auf Balkonen oder in den Fenstern. In dem einen oder anderen Ort begrüßt ein Spielmannszug den durchfahrenden Konvoi. Die Strecke ist für die Fahrt komplett gesperrt und die Gespanne haben immer freie Fahrt. Streckenposten sperren selbst kleinste Nebenstraßen. Man merkt deutlich dass diese Fahrt vom M.A.-run Team nicht zum ersten Mal organisiert wird.

Nach einer ausgedehnten Pause mit Unterhaltung geht es zurück zum Campus.

Die Besonderheit des Rückweges, er führt mitten durch die Einkaufs-und Fußgängerzone von Venlo. Die Zuschauer stehen dicht gedrängt und es fordert volle Konzentration des Fahrers. Auf dem  Maria Auxiliatrix-Gelände wird man schon erwartet und alles ist für das gemeinsame Vergnügen vorbereitet. Die Bands sind mit dem Soundcheck durch, die Grillkohle ist heiß und die Getränke gekühlt. Der Abend wird mit Musik und Tanz ausklingen.

Größere Jumbo-Fahrten wie der M.A.-run müssen mittlerweile schon fast professionell organisiert werden.  Das reicht von der Zusammenarbeit mit den Verkehrsbehörden zur Sperrung von Straßen und Polizeibegleitung, bis zum Einrichten eines Zeltplatzes für die Fahrer über Vorbereitung von Proviant bis zur Gestaltung des Rahmenprogramms.
Für diesen besonderen Tag nehmen viele ehrenamtlich engagierte Menschen eine Menge Arbeit und Freizeit in Kauf.Die ganze Organisation wird ausschließlich privat organisiert. - Danke an das Organisationsteam für die hervorragende Arbeit -

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Schaut man in die Gesichter und Augen der mitfahrenden Personen so kommt niemand auf die Idee überhaupt zu fragen: „ Lohnt sich all diese Anstrengung“.

Zum Abschied sagen alle: „dann bis zum nächsten Jahr“. Und das ist keine Floskel, sondern ein Wusch der aus tiefstem Herzen kommt.

 

 

Bilder und Text vom MA Run 2016 > link >